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18.3.26 Poti – Ort des Übergangs

  • tr7079
  • 18. März
  • 2 Min. Lesezeit

Poti drängt sich nicht auf. Die Stadt liegt still am Meer, als wüsste sie, dass alles, was hier zählt, nur vorüberzieht.

Die Kathedrale bleibt verschlossen. Und doch ist sie da – ruhig, gesammelt, ganz bei sich. Ich halte inne und spüre: Nicht jeder Ort will betreten werden.

Am Leuchtturm weht ein klarer Wind. Ein stiller Wächter zwischen Wasser und Land, der Orientierung gibt, ohne sich aufzudrängen.

Im Hafen dann Bewegung. Kräne, Schiffe, Stimmen – die Welt in Arbeit. Hier ist nichts inszeniert, alles echt.

Und ich begreife: Poti ist kein Ziel. Es ist ein Zwischenraum.

Ein Ort, an dem man nichts sucht, und gerade deshalb etwas findet.

 

Zwischen Klang und Stille

Die Landschaft bei Ozurgeti wird weiter, sanfter, beinahe schwebend. Und mitten darin steht sie – die Konzerthalle. Kein lauter Bau, kein Zeichen von Größe. Eher ein stilles Versprechen.

Ich trete näher, und habe das Gefühl, als würde hier etwas warten. Nicht auf ein Konzert. Sondern auf Aufmerksamkeit.

Ringsum der Park. Formen, die an Instrumente erinnern, still und doch voller Möglichkeit.

Dann ein Schritt –und plötzlich erklingt Musik.

Als hätte der Ort mich bemerkt. Als hätte jede Figur ihre eigene Stimme, die nur darauf wartet, geweckt zu werden.

Ich gehe weiter, und mit jedem Schritt antwortet eine andere Melodie. Ein leises Gespräch zwischen Mensch und Raum, zwischen Bewegung und Klang.

Es ist ein Spiel, und zugleich etwas Tieferes: die Erfahrung, dass Musik nicht nur entsteht, sondern auch ausgelöst wird durch Gegenwart.

Und dann wieder Stille.

Vielleicht ist das der eigentliche Zauber dieses Ortes: Dass er nichts festhält. Dass er die Musik nur für einen Moment schenkt, und sie gleich wieder dem Wind überlässt.

 

 
 
 

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