Bitter und Umami (23.3.25)
- tr7079
- 24. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
Jetzt fragen sich wahrscheinlich einige, was wohl umami sein soll. Es gilt neben süss, sauer, bitter und salzig als die fünfte Geschmacksrichtung und heisst korrekt übersetzt: köstlich. Unter dieses Motto möchte ich den kleinen Rückblick auf Albanien stellen: Ich beginne mit der Fahrweise, denn damit wurde ich täglich konfrontiert. Das Strassenbild zeigt vom Pferdefuhrwerk bis zum aufgeblasenen Offroader alles. Jeder fährt, was die Karre hergibt. Die meisten schauen nicht in den Spiegel, denn dieser ist entweder abgerissen oder unnötig. Die Strassen sind in einem erbärmlichen Zustand. Eine Spezialität sind Hunde, die wie irr zwischen den Autos oder Häusern heraus rennen und probieren in deinen Pneu oder Stiefel zu beissen. Wer hier erschrickt, fällt wahrscheinlich hin. In keinem Land war das Motorradfahren dermassen anstrengend wie in Albanien.
Die Preise sind unglaublich tief, man zahlt mit LEK, 100 LEK=1€. Ein Espresso kostet zwischen 40-70 Cents. Essen 12-20 € für 3 Gänge mit Fruchtteller. Die sehr schönen Airbnb haben im Bereich 25-35€ gekostet.
Die Menschen, optisch eine Mischung von arabisch und europäisch, wirken nicht glücklich. Sie sind jedoch freundlich und hilfsbereit. Sprachlich ist es schwierig, am weitesten kommt man mit italienisch. Die Jungen können englisch. Kontaktfreudig sind sie nicht, höchstens in den Touristenzentren.
Viele leben von der Landwirtschaft, der Boden ist fruchtbar und es gibt Gemüse und Früchte vom Feinsten. Auch Olivenplantagen, wohin das Auge reicht.
Am meisten beelendet hat mich der Umgang mit der Natur, alles ist vermüllt. Vom Strand bis zum Berggipfel und speziell entlang der Straßen und Wege. Offene Müllhalden mit hunderten von Möwen oder Krähen sieht man in fast jedem Bezirk. Wo nach Öl gebohrt wird, sind Böden und Gewässer komplett kollabiert.
Landschaftlich bietet Albanien alles, was das Abenteuerherz erfreut. Auch solche Naturperlen:

Reisemonate Februar/März haben den ganz großen Vorteil, dass man überall allein ist, den großen Nachteil, dass fast alles geschlossen ist und einige Unterkünfte nicht heizbar sind (weil sie normalerweise saisonal genutzt werden). Ich hatte öfter das Gefühl zu spüren, dass in Albanien die EU-Unterstützung fehlt. Dadurch öffnet sich die Schere zwischen arm und reich noch weiter. Der Tourismus wird als große Chance für das Land erkannt, ich hoffe, dass ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird. In keinem Land habe ich so viele Ruinen, auch Bauruinen gesehen, was neu gebaut wird entbehrt jeglicher Baukultur. Wasser sollte man nicht ab Hahn trinken, ohne es abzukochen.



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